Jede Sorte auf dieser Seite ist nach demselben Muster beschrieben: Trachtpflanze, Farbe, Konsistenz, Kristallisationsverhalten, Geschmack und Erntezeit. Damit lassen sich die Sorten nebeneinander vergleichen, statt sie einzeln in Shop-Beschreibungen nachzulesen.
Angaben zu Farbe, Konsistenz und Erntezeit schwanken je nach Witterung, Standort und Jahrgang. Die Belege stehen im jeweiligen Sortenartikel.
Die Sorten im direkten Vergleich
| Sorte | Art | Farbe | Kristallisation | Geschmack | Erntezeit |
|---|---|---|---|---|---|
| Löwenzahnhonig | Blüte | kräftig gelb | schnell, grobkörnig | würzig, kräftig | April–Mai |
| Rapshonig | Blüte | hellgelb, gerührt fast weiß | sehr schnell, feinkörnig | mild, kohlartig | Mai |
| Akazienhonig | Blüte | wasserhell bis blassgelb | sehr langsam, oft über ein Jahr flüssig | sehr mild, blumig | Ende Mai–Juni |
| Edelkastanienhonig | Blüte | dunkelbraun | langsam | herb, leicht bitter | Juni–Juli |
| Lindenhonig | Blüte | hellgelb bis grünlich | mittel, feinkörnig | kräftig, mentholartig | Juli |
| Waldhonig | Honigtau | dunkel rotbraun | sehr langsam | malzig, kräftig | Juni–August |
| Sonnenblumenhonig | Blüte | leuchtend gelb | sehr schnell, feinkörnig | mild, fruchtig | Juli–August |
| Heidehonig | Blüte | rotbraun | fein — geleeartig, thixotrop | herb, karamellig | August–September |
| Manuka-Honig | Blüte | dunkel, cremig | langsam | kräftig, erdig | Neuseeland, Dezember–Januar |
Blütenhonig oder Honigtauhonig?
Alles andere folgt aus dieser Unterscheidung. Blütenhonig entsteht aus Nektar, den die Biene direkt aus der Blüte holt. Honigtauhonig entsteht aus den zuckerhaltigen Ausscheidungen von Blatt- und Schildläusen, die auf Nadeln und Blättern liegen.
Deshalb ist Waldhonig dunkler, hat eine deutlich höhere elektrische Leitfähigkeit und kristallisiert meist langsamer — und deshalb gibt es in einem trockenen Sommer manchmal gar keinen. Die Ausnahme bestätigt die Regel: Melezitosehonig ist ein Honigtauhonig, der schon in der Wabe fest wird.
Einstieg über das Merkmal
Bleibt lange flüssig
Akazienhonig durch seinen hohen Fructoseanteil, Wald- und Tannenhonig wegen ihres hohen Anteils an Mehrfachzuckern, Edelkastanienhonig ebenfalls langsam.
Wird schnell fest
Raps binnen Tagen, Löwenzahn und Sonnenblume ähnlich rasch. Alle drei haben einen hohen Glucoseanteil — und nur Glucose fällt als Kristall aus. Cremig gerührt werden sie besonders streichfähig.
Dunkel und kräftig
Für Käse, Marinaden und dunkles Gebäck: Waldhonig, Edelkastanienhonig, Heidehonig. Ihr Eigenaroma setzt sich gegen andere Zutaten durch.
Häufige Fragen
Welcher Honig bleibt am längsten flüssig?
Akazienhonig. Sein Fructoseanteil liegt deutlich über dem Glucoseanteil, und es ist die Glucose, die als Kristall ausfällt.
Ist fester Honig verdorben?
Nein. Kristallisation ist ein physikalischer Vorgang und bei unbehandeltem Honig der Normalfall. Im Wasserbad wird er wieder flüssig, solange der Honig selbst 40 °C nicht überschreitet — gemessen wird im Glas, nicht im Wasser.
Darf auf dem Etikett jede Sorte stehen, die man herausschmeckt?
Nein. Eine Sortenbezeichnung setzt voraus, dass der Honig überwiegend aus der genannten Tracht stammt — nachweisbar über Pollenanalyse, elektrische Leitfähigkeit und sensorische Prüfung.
Warum heißt Akazienhonig eigentlich falsch?
Weil die Tracht nicht von einer Akazie stammt, sondern von der Robinie (Robinia pseudoacacia). Der Handelsname hat sich durchgesetzt, botanisch korrekt wäre Robinienhonig.
Ist Agavendicksaft ein Honig?
Nein. Die Bezeichnung „Honig“ ist nach der Honigverordnung dem Erzeugnis der Bienen vorbehalten. Warum der Handelsname „Agavenhonig“ trotzdem verbreitet ist, steht im Vergleich von Agavendicksaft und Honig.
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